Entwicklung eines modellgestützten interaktiven Entscheidungswerkzeugs zur Maßnahmenkombination für die Reduktion der Phosphorbelastung im Fließgewässer der Kielstau


Auch zwei Jahrzehnte nach Einführung der EU-Wasserrahmenrichtlinie konnte der angestrebte „gute Zustand“ aller Oberflächengewässer trotz diverser implementierter Maßnahmen zur Reduzierung von Phosphoreinträge und der damit verbundenen Umweltauswirkungen in Deutschland bislang nicht erreicht werden. Diffuse Quellen aus der Landwirtschaft, speziell über Erosion und Dränagen, machen einen wesentlichen Anteil dieser Einträge aus. Um künftig die gesetzlichen Gewässerschutzvorgaben im Einzugsgebiet der Kielstau einzuhalten, werden Hotspots der Phosphorbelastung und Erosion identifiziert und mögliche Schutzmaßnahmen in Kooperation mit Interessenvertretern verortet. Mit dem hydrologischen Modell SWAT (Soil & Water Assessment Tool) wird der Einfluss von potenziellen On-Site- und Off-Site-Maßnahmen auf die Phosphoreinträge in Oberflächengewässer modelliert. Weiterhin wird ein interaktives Entscheidungswerkzeug, basierend auf einem Schiebersystem, entwickelt. Dieses zeigt den Interessenvertretern, in Echtzeit, die Auswirkungen ihrer frei wählbaren Maßnahmenkombinationen auf. Zugehörige Karten, welche die Maßnahmen im Einzugsgebiet verorten, werden ausgegeben. Auf diesem Weg können die potenziellen Erfolgsaussichten jeder ausgewählten Maßnahmenkombination, den gesetzlichen Gewässerschutzvorgaben und der aktuellen landwirtschaftlichen Praxis gegenübergestellt, verdeutlicht werden und zu einer Umsetzung bewegen.

Kielstau beim Winderatter See
Kielstau beim Winderatter See (Risch, 2020)